Das Schiffshebewerk von Strépy-Thieu

Das elektromechanische Hebewerk von Strépy-Thieu zu besichtigen heißt nicht nur, in das Bauwerk hineinzugehen, sondern auch eine Durchquerung mit dem Schiff mitzuerleben!

Besichtigung des elektromechanischen Hebewerks von Strépy-Thieu

Im 8. Stockwerk, in über 100 Metern Höhe, erzählt ein etwa dreißigminütiger Film von diesem Epos des belgischen Ingenieurgeistes. Verschiedene Informationstafeln, Modelle und interaktive Säulen mit Blick auf das beeindruckende Maschinenhaus runden den Besuch ab.

Durchquerung des elektromechanischen Hebewerks mit dem Schiff

Die VoG Voies d’Eau du Hainaut bietet die Möglichkeit, das elektromechanische Hebewerk mit dem Schiff zu passieren: Fahren Sie an Bord eines Lastkahns in den Beton- und Stahlgiganten ein und versetzen Sie sich in die Haut eines Kanalschiffers. Der Ausflug dauert eine Stunde, wovon die Überwindung des Höhenunterschieds von 73,15 m sieben Minuten in Anspruch nimmt: erstaunlich!

Das höchste elektromechanische Hebewerk der Welt in Strépy-Thieu

Man ist sofort von seiner Größe beeindruckt, und das aus gutem Grund: Der eindrucksvolle Betonkoloss erhebt sich 102 m über den Boden, und seine obere Seite hat die Größe eines Fußballfeldes! Von der Autobahn E19-E42 aus Richtung Mons kommend sieht man ihn wie einen riesigen schwarzen Pilz in die Höhe von Havré ragen. Wenn man ankommt, ist er allgegenwärtig: Das elektromechanische Hebewerk von Strépy-Thieu überragt den Canal du Centre und das Tal.

Wofür ein elektromechanisches Hebewerk? 

Am Ende des Zweiten Weltkriegs schien es notwendig, das belgische Wasserstraßennetz einheitlich auszubauen und unter anderem Arbeiten am Canal du Centre für die Erweiterung der Kapazität auf 1350 Tonnen durchzuführen. Die Transportkapazität der damaligen Lastkähne war nämlich auf 300 Tonnen begrenzt. Darüber hinaus empfahl die Europäische Verkehrsministerkonferenz 1957 die Anpassung der Kanäle an ein Lademaß von 1350 Tonnen. Das Bauprojekt von Strépy-Thieu bildet die letzte Phase dieses Programms für Bauarbeiten am belgischen Wasserstraßennetz. Auf europäischer Ebene ist es von großer strategischer Bedeutung, da mit ihm die Verbindung zwischen dem Schelde- und dem Maas-Becken, aber auch zwischen dem Hafen und der Region von Dünkirchen und dem Rhein-Becken hergestellt wird.

 Strépy-Thieu 

Das Kunstbauwerk liegt zwischen zwei Gemeinden: Strépy-Bracquegnies und Thieu. Die erste ist mit den zehn anderen Gemeinden zusammengewachsen, woraus im Jahr 1977 die Großgemeinde La Louvière entstand; die zweite untersteht der Stadt Le Rœulx. Strépy-Thieu ist somit nicht auf den geographischen Karten zu finden. Die in der Adresse stehende Ortschaft lautet Thieu.

Ein Flussbauwerk, das vom belgischen Ingenieurgeist zeugt

Auf den ersten Blick überwältigt es einen mit seiner eindrucksvollen Erscheinung. Dennoch muss man seinen Fuß hineinsetzen, um zum Ticketschalter zu gelangen…und anschließend in sein Inneres hinaufsteigen bis zur Panoramaaussicht und zum Erlebnisparcours „Land der Genies“. Die erste Empfindung weicht schnell der Bewunderung, sobald man nach draußen oder in Richtung des Herzstücks des Hebewerks mit seinen Stahlseilen, seinem Räderwerk und seinen prachtvollen Maschinenanlagen blickt. „Die Technologie im Dienste des Menschen, schlicht, schön und effektiv“, denkt man sich dann.

Der Bau des elektromechanischen Hebewerks in La Louvière

Nach mehreren Jahren der Planung begann der Bau des weltweit einzigartigen elektromechanischen Schiffshebewerks von Strépy-Thieu im Februar 1982. 20 Jahre später, am 30. August 2002, wurde die Anbindung des vollkommen neuen und bis zur Grenze der Gemeinden Le Roeulx (Thieu) und La Louvière (Strépy-Bracquegnies) vergrößerten Kanals mit einer Länge von ca. 12 km für den Schiffsverkehr freigegeben.

Das elektromechanische Hebewerk ist102 m hoch und 135 m lang. Mit ihm kann ein Höhenunterschied von 73,15 m überwunden werden, und es allein ersetzt die vier hydraulischen Hebewerke des historischen Canal du Centre und zwei Schleusen. Er wirdden Anforderungen der kommerziellen Schifffahrtin Gegenwart und Zukunft gerecht.

Die Kanalbrücke bei Sart in Le Rœulx

Die Kanalbrücke bei Sart stellt die letzte Etappe des Bauprogramms dar.  Das Kunstbauwerk mit einer Länge von 498 m, das von 28 Stahlbetonpfeilern getragen wird, überspannt einen Verkehrsknotenpunkt. Es „empfängt“ die Autofahrer bei ihrer Einfahrt in La Louvière, ohne sie jedoch zu erdrücken. Für die Errichtung dieses Aquädukts aus Beton wurde das Verschiebeverfahren eingesetzt: Nicht weniger als 65.000 Tonnen Material wurden mit Hilfe leistungsstarker Hydraulikzylinder bewegt. So wurde die Wasserstraßenverbindung am 2. September 2002 mit einem weiteren Rekord fertiggestellt (Award in der Kategorie „außergewöhnliche Konstruktionen“ des Internationalen Betonverbands – FIB im Jahr 2003 in Osaka).

Ob allein, mit der Familie, mit Freunden oder in der Gruppe, die VoG Voies d'Eau du Hainaut bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten, Das Schiffshebewerk von Strépy-Thieu zu bestaunen.

 

Aktivitäten und Entdeckungen

Durchfahrt des Schiffshebewerks von Strépy

Besuch des Schiffshebewerkes von Strépy-Thieu

Richtung

Mit dem Wagen
Rue Raymond Cordier, 50 - 7070 Thieu (GPS: 7070 Le Roeulx)
Autobahn E19/E42 Auffahrt 21
Richtung Strépy-Thieu

En bus
TEC : bus 30 - arrêt: Strépy-Thieu ascenseur

Mit dem Zug
- Station Thieu: 20 min. zu Fuß oder mit dem Bus 30, Richtung Anderlues - La Louvière - Strépy-Thieu,  Haltestelle Stréy-Thieu ascenseur (Dauer 10 Min.)
- Station Bracquegnies: Bus 30 Richtung Anderlues - La Louvière - Strépy-Thieu Haltestelle Strépy-Thieu ascenseur (Dauer 15 Min.)
- Station La Louvière-Centre: Bus 30 Richtung Anderlues - La Louvière - Strépy-Thieu Haltestelle Strépy-Thieu ascenseur (Dauer 30 Min.)
- Station La Louvière-Sud: Bus 30 Richtung Anderlues - La Louvière - Strépy-Thieu Haltestelle Strépy-Thieu ascenseur (Dauer 40 Min.) 

Anschrift

Ascenseur funiculaire de Strépy-Thieu, 50 Rue Raymond Cordier, 7070 Thieu

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